Firmengeschichte
Aus der Garage zum Großunternehmen
Als Kamillo Eisner im Jahre 1926 seine erste Firma gründet, ahnt er nicht, welche
unternehmerische Dimensionen er in den Jahrzehnten danach erreichen sollte...
Die 1920er Jahre
Erste Erfolge mit Hanomag
Ing. Kamillo Eisner gründet sein erstes Unternehmen in Wien. Aufgabe des Betriebes ist der Verkauf und die Betreuung von Motorfahrzeugen, speziell von Dieselfahrzeugen.
Die 1930er Jahre
Eisner übernimmt die Vertretung der Hanomag-Traktoren. Dies ist zugleich der Start für eine großangelegte Expansion.
Mit Massey Harris international aktiv
Bereits 1937 kommt es zu ersten geschäftlichen Kontakten zu Massey-Harris, später Massey-Ferguson. Durch die Übernahme der Verkaufsgebiete im Balkan, Iran, Irak und Ägypten wird der Name Eisner erstmals auch international bekannt.
Diese Verkaufsgebiete gehen durch den Anschluss an Deutschland bereits 1938 wieder verloren. Eisner übersiedelt mit seinem Betrieb nach Gumpoldskirchen und ändert die Geschäftsform in eine GmbH um. Am Ende des Krieges gehen neuerlich alle Betriebe und Vermögenswerte verloren.
Die 1940er Jahre
Neubeginn am Nullpunkt
Mit einer Hand voll Mitarbeitern und zwei glücklicherweise geretteten Waggonladungen voll Ersatzteilen startet Kamillo Eisner im Jahr 1945 – wie 19 Jahre zuvor – seine unternehmerischen Aktivitäten wieder in einer kleinen Hofgarage im 18. Bezirk. Aus dem Schutt des zerstörten, alten Betriebes werden Werkzeuge und andere noch verwendbare Teile ausgegraben. Nach einigen Monaten kann Eisner wieder in die provisorisch reparierte Halle in der Leberstraße zurück übersiedeln. In Oberösterreich wird zufällig ein Hanomag-Ersatzteillager der Deutschen Wehrmacht entdeckt, welches Eisner prompt käuflich erwirbt. In der Folge wird ein Pferdestall in Marchtrenk zur ersten Eisner-Niederlassung. Dieses zweite Standbein des Unternehmens Eisner liegt jedoch in dem von den Amerikanern besetzten Westsektor, was in den schwierigen Jahren der Besatzungszeit Österreichs viele Probleme mit sich bringen soll. Aber dieser Anfangsbestand ermöglicht bereits erste Außenmontagen. Anfangs werden die Einsätze zu Fuß oder mit dem Rad und einer Werkzeugkiste auf dem Gepäckträger bewältigt. Bald können die Techniker auch mit der Bahn und ab 1949 bereits mit einem Beiwagenmotorrad fahren.
Erste Caterpillar in Österreich
Im Rahmen der UNRRA-Hilfsaktion und in weiterer Folge durch den ERP – European Recovery Plan – auch Marshall-Plan genannt, wird im Sommer 1947 auch Ing. Kamillo Eisner vom Bundeskanzleramt beauftragt, Caterpillar-Planierraupen der US-Armee zu reparieren und für den Wiederaufbau Österreichs bereitzustellen. Noch im gleichen Jahr erfolgt der Abschluss eines Händlervertrages zwischen Eisner und der Caterpillar Tractor Company. Die Caterpillar-Generalvertretung für Österreich war somit gesichert! Und von nun an geht es weiter aufwärts: Die ehemaligen Flakhallen in Linz-Wegscheid werden 1947 angemietet.
Die Auslieferung von Massey-Harris-Mähdreschern sowie von Hanomag- und Tempo-Lastwagen beginnt. Eisner führt massiv Schulungen ein – sowohl der eigenen Verkaufskollegen, wie auch der Baumaschinenfahrer von Kunden. Die Firma Eisner ist der erste Baumaschinenhändler in Österreich, der solche Schulungen intensiv fördert und anbietet.
Die 1950er Jahre
Das Geschäft floriert, sowohl mit Baumaschinen, als auch mit Lastkraftwagen. Hanomag übernimmt 1955 den LKW-Hersteller Henschel und so kann Eisner nun auch mit schweren LKW´s handeln. Im gleichen Jahr setzt der Eisner-Firmenrat einen richtungsweisenden Schritt: Die Gründung einer eigenen Finanzabteilung. Mit der Creditanstalt – der Hausbank von Eisner – wird ein Finanzierungsrahmen von ATS 200 Millionen vereinbart.
In Ermangelung wirklichen Fachwissens kann in dieser Zeit beim Verkauf einer Baumaschine noch mit heute unvorstellbaren Sprüchen argumentiert werden. Zitat: „ Schaun Sie, da vorn ist der Kühler, da hinten der Auspuff. Dazwischen liegen 50 Jahre Erfahrung in der Baumaschinentechnik. Genau darum sollen Sie diese Maschine kaufen!“
Weitere Niederlassungen
Ständige Expansion der Geschäfte erfordert 1959 den Bau der zweiten Eisner-Niederlassung in Graz.
Die 1960er Jahre
1961 wird auch die neugebaute Niederlassung in Linz eröffnet.
Später eröffnet Eisner die Niederlassung Innsbruck, die für die westlichen Bundesländer zuständig ist. Die technische Weiterentwicklung von Baumaschinen wird immer dynamischer und Ing. Kamillo Eisner kann in seiner Firmengruppe bald mehr als 1.000 Mitarbeiter beschäftigen.
Die Niederlassung Villach wird im Jahr 1969 eröffnet.
Die 1970er Jahre
Die Eisner-Stiftung
Der unternehmerisch so erfolgreiche Kamillo Eisner ist privat nicht ganz so glücklich. Kamillo Eisner plant, sein Unternehmen so umzustrukturieren, dass es im Falle seines Ablebens aus allen Erbstreitigkeiten herausgehalten werden sollte. Zu diesem Zweck soll die Gründung einer Eisner–Stiftung dienen. Der Antrag auf die Stiftungsgründung wurde jedoch vom österreichischen Finanzministerium abgelehnt. So sieht sich Kamillo Eisner Anfang der 70er Jahre gezwungen, in die Schweiz zu übersiedeln, wo er die Errichtung seiner Stiftung vorbereiten kann.
Dem Firmengründer Kamillo Eisner wird die Ehrenbürgerschaft der Universität Wien angeboten, der Sie jedoch – aus Anerkennung der Leistungen der Arbeiterschaft des Unternehmens – seinem Betriebsratsobmann überlässt.
Im Jahr 1976 wird die Eisner-Holdinggesellschaft in der Schweiz gegründet. Im gleichen Jahr erreicht Eisner sein großes Ziel: Die Errichtung einer Stiftung zur Förderung der medizinischen Forschung. Sein Grundsatz für die Stiftung lautet: „Der Sinn meines Willens ist, als Ergebnis der Erfahrungen eines lebenslangen Wirkens in einer durch schwere Erschütterungen gezeichneten Zeit, ein Unternehmensmodell zu schaffen, das durch seinen sozialen und wirtschaftlichen Aufbau den Ungereimtheiten und Härten des alltäglichen Lebens besser widersteht und die in dieser Gesellschaft wirkenden Menschen, gleichgültig wo sie stehen, einander näher bringt.
Die 1980er Jahre
Einstieg in den PKW-Handel, Tod von Kamillo Eisner
Da Hanomag 1980 von Mercedes gekauft wird und Eisner die Mercedes-Generalvertretung nicht erhalten kann, wird die Hanomag-Generalvertretung, seit 1930 bei Eisner, nach 50 Jahren beendet
Zwei Jahre später wird die Eisner Gesellschaft mbH in die Eisner AG umgewandelt. Diese ist zu 100% Eigentümerin der Eisner Baumaschinen GmbH Wiener Neudorf und der Eisner Vertriebsgesellschaft mbH in Linz, Graz und Innsbruck
Firmengründer und -eigentümer Ing. Kamillo Eisner verstirbt am 18.03.1986
Im Jahr 1989 wurden in Wien die Opel Autohäuser der Fa. Silberbauer mit zwei Standorten in Wien Liesing und Wien Simmering übernommen und sukzessive ausgebaut. Damit wurde die Position von Eisner in der Bundeshauptstadt gefestigt.
Die 1990er Jahre
Joint Venture mit Zeppelin und Expansion im Autohandel
Am 1. Jänner 1992 tritt eine Joint Venture zwischen der deutschen Zeppelin Baumaschinen GmbH und der Eisner Baumaschinen Vertrieb und Service Ges.m.b.H. (Zeppelin Anteil 50%) in Kraft. Ein neuerlicher Expansionsschub zeichnet sich ab.
* 1993 wird die Eisner Baumaschinengesellschaft in Ungarn gegründet
* 1996 wird im September die neuerbaute Niederlassung in Linz Dornbach eröffnet
* 1997 folgt im April die Eröffnung der neuerbauten Niederlassung in Graz-Kalsdorf
* 1998 die Eröffnung der neuen Niederlassung in Innsbruck.
Eröffnung des Renault-Betriebes in Wien-Stadlau
Eröffnung des FORD-Betriebes in Dornbirn durch Übernahme der Firma FORD-Wehinger
Im Jahr 1998 trennten sich die Wege von Eisner und Zeppelin. Mit 01.01.1998 übernahm Zeppelin 100% der Eisner Baumaschinen Vertreib und Service Ges.m.b.H., während die Eisner AG selbst im Baumaschinenbereich nur mehr den Zweig Ungarn mit JCB fortführt und darüber hinaus ihre generelle Geschäftstätigkeit im PKW-Bereich (OPEL, FORD, Renault, Suzuki) forciert
Eisner steigt durch den Erwerb der OPEL-Betriebe der Öfag-Gruppe, Salzburg, im Jahr 1999 zum größten OPEL-Händler Österreichs auf. Mit der Übernahme kommen Betriebe in Salzburg, Bischofshofen, Steindorf, Spittal an der Drau und Brunn am Gebirge zur Eisner-Gruppe
Die 2000er Jahre
Neuausrichtung der Eisner-Unternehmensgruppe
Nachdem sich Eisner im Jahr 2000 von seinen letzten Baumaschinenaktivitäten durch den Verkauf der JCB-Vertretung in Ungarn an die österreichische Industrieholding GmbH getrennt hatte, baute das Unternehmen konsequent seine Position im österreichischen Autohandel um und aus. In den Folgejahren trennte sich Eisner von den Marken Ford und Renault und konzentrierte sich auf die Weiterentwicklung der Marke OPEL und anderer Marken aus dem GM-Konzern
Im Jahr 2001 wurden die Geschäftsaktivitäten der Firma Karl Basch-Mödlinger Autohaus übernommen und damit die Opel-Strukturen im Süden Wiens arrondiert.
In Kärnten wurden nach dem Ausscheiden der Firma Trampitsch zwei neue Autohäuser der Marke OPEL eingerichtet. Anfang des Jahres wurde das Autohaus Grasser in Klagenfurt übernommen, im April des gleichen Jahres das Autohaus Villach gegründet.
Im Oktober wurde als erster Schritt der Restrukturierung des Unternehmens die Eisner Aktiengesellschaft in die Eisner GmbH umfirmiert.
Die Firmenzentrale wurde von Wien - Simmering in den 10.ten Wiener Gemeindebezirk, in die Wienerberg City, Maria-Kuhn-Gasse 6, verlegt.
Damit einhergehend wurde auch die Geschäftsstrategie auf die Mehrmarkenphilosophie umgestellt. So betreibt Eisner im Jahr 2004 den Vertrieb von folgenden PKW-Marken: OPEL, Saab, Daewoo, Cadillac, Chevrolet, Suzuki, Seat, Subaru und Nissan.
Zur weiteren Abrundung des Marktgebietes Salzburg wurde im Jahr 2004 der Betrieb des Autohauses Öfag -Tennengau in Hallein aufgenommen.
Eisner setzt im Jahr 2004 enorme Anstrengungen in die Erneuerung des Filialnetzes, wozu die Neuerrichtung der Betriebe in Wien 11 (Eröffnung im Juli 2004) und in Klagenfurt-Südring (Eröffnung im März 2005) zählen.
Um die Marktposition in Wien zu stärken wird im Jahr 2006 mit der Erweiterung des Betriebes in Wien 11, Simmering, gestartet, um moderne Präsentationsräumlichkeiten für die neu hinzu kommenden Marken FIAT, Alfa-Romeo und Lancia zu schaffen. Die Eröffnung findet im März 2007 statt. In Villach wird der Schauraum für die Marke Chevrolet ausgebaut.
Mit Beginn 2008 werden die Betriebe der Region Salzburg (Salzburg Stadt, Bischofshofen, Hallein und Straßwalchen/Steindorf) an die deutsche AVAG Gruppe, Augsburg, verkauft.
Mit Oktober 2008 stellt sich die Eisner Gruppe in Wien neu auf, um den veränderten Marktbedingungen gerecht zu werden. Die Marktbearbeitung wird auf zwei Regionen, Wien Süd und Wien Ost aufgeteilt; im Zuge der Neustrukturierung werden zwei neue Betriebe - in Wien Meidling und Wr. Neudorf - eröffnet und die Eisner Auto City Süd geschlossen.
Eisner Auto Klagenfurt übernimmt mit Jänner ´09 an seinem Standort in der Pischeldorfer Straße die Vertriebs- und Serviceaktivitäten für Chysler, Jeep und Dodge.
Die 2010er Jahre
Ein neues Jahrzehnt beginnt...
Eisner Auto Villach übernimmt mit Jänner 2010 an seinem Standort in der Ossiacher Zeile die Vertriebs- und Serviceaktivitäten für die Marke Mazda und erweitert somit sein Modellprogramm.
Erweiterung in das Burgenland und Ausdehnung der Mazda Aktivitäten
Mit Beginn 2011 dehnt Eisner Auto seine Vertriebsaktivitäten für die Marken Opel und Chevrolet auf das Burgenland in seinen Standorten Bruckneudorf und Frauenkirchen aus.
Mit Herbst 2011 wurde ein weiterer Standort in Klagenfurt eröffnet, der die Marken Mazda, Lancia und Jeep führt. Mit Mazda wird die Kooperation nach dem Start 2010 in Villach somit konsequent fortgesetzt.
Übernahme des AH Dohr in Wolfsberg/Kärnten
Mit Juni 2012 übernimmt Eisner Auto den traditionellen Opel - Standort (ehem. AH Dohr) in Wolfsberg/Kärnten und baut damit seine Präsenz in Kärnten weiter aus.
Die Eisner-Unternehmensgruppe hat in 2012 ca. 4500 Neuwagen und 2500 Gebrauchtwagen vermarktet und beschäftigte mittlerweile in 12 Standorten über 330 Mitarbeiter.
Die beiden Geschäftsführer der Eisner GmbH, Herr Peter List und Frau Silvia Pradel, haben sich klar den Führungsgrundsätzen der Kamillo Eisner Stiftung verpflichtet und sind bestrebt, im Sinne der Tätigkeit des Firmengründers die erfolgreiche Geschichte des Unternehmens fortzuführen.
So spannt sich der Bogen von der Gründung bis zur Gegenwart. 85 Jahre Eisner sind ein stolzes Symbol für Qualität und Zuverlässigkeit. Und das Erbe von Kamillo Eisner wird auch in Zukunft einerseits Begriff für eine solide Partnerschaft zwischen den Fahrzeugherstellern und dem Markt Österreich sowie andererseits ein Synonym für die menschenorientierte Beziehung zwischen den Eisner-Mitarbeitern und unseren Kunden sein.

